August Macke Werke & Biographie

August Macke (1887-1914) war ein deutscher Maler, der mit seinen harmonischen und einfachen Alltagsszenen einen einzigartigen Beitrag zum Expressionismus leistete.

Geboren am 3. Januar 1887 in Meschede, Deutschland, besuchte August Macke von 1906 bis 1908 die Kunstgewerbeschule sowie die Akademie der bildenden Künste in Düsseldorf. Seine Künstlerkarriere umfasste nur acht kurze Jahre. Er wurde am 26. September 1914 als Soldat in den ersten Wochen des Ersten Weltkriegs getötet. Als Student beteiligte er sich an Kostüm- und Bühnenentwürfen für das Düsseldorfer Theater (berühmt für seine Regisseurin und herausragende Schauspielerin, Louise Dumont). Reisen nach Italien, Holland und Belgien gipfelten in einem ersten Besuch in Paris, der von Bernhard Koehler, einem berühmten Sammler und Onkel von Mackes zukünftiger Frau, finanziert wurde.

Macke und Paris

1908 reiste Koehler mit Macke nach Paris, besuchte Ausstellungen und Künstler und ermöglichte Macke so eine Einführung in den Kubismus und Fauvismus, die Werke von Paul Cezanne und Robert Delaunay. Durch Macke war Koehler auch maßgeblich an der Finanzierung eines der wichtigsten Beiträge zur modernen Kunst beteiligt, der Herausgabe des Blauen Reiter-Almanachs 1911, zu dem Macke ebenfalls einen Artikel beisteuerte. Koehler finanzierte auch zum Teil die damals größte europäische Avantgarde-Ausstellung, die jemals in Deutschland stattfand, den Ersten Deutschen Herbstsalon in der Sturm-Galerie Herwarth Walden in Berlin 1913.

Blauer Reiter

  • Mackes halbes Studienjahr bei dem berühmten Maler Lovis Corinth war für seine künstlerische Entwicklung von geringerer Bedeutung als seine Freundschaft mit Franz Marc (nach 1910) und seine anschließende Teilnahme mit Wassily Kandinsky in der Blauer Reiter Gruppe.
  • Macke war weder an den theoretischen Konzepten von Kandinsky noch an denen von Marc sehr interessiert; seine Vitalität, seine Liebe zum Leben, veranlasste ihn dazu, selbst mit verschiedenen Formen zu experimentieren, wobei er eine Varianz des Kubismus entwickelte, die auf seinen besonderen Beziehungen zu den Farben beruhte. Schon früh wählte Macke als Hauptthemen einfache, alltägliche Szenen aus dem Leben, das er so sehr liebte.
  • Weder die Schnelligkeit des modernen Lebens noch die Ruhe ländlicher Orte übten auf ihn eine Faszination aus. Er malte moderne, oft elegant gekleidete menschliche Figuren in ruhiger, harmonischer, von Menschenhand geschaffener Umgebung: in Parks, im Zoo, an Flussufern oder vor Schaufenstern, aber auch Szenen aus dem Zirkus.
  • In den Bewegungen seiner Figuren gibt es keine Eile: ruhige Gespräche, Menschen, die lesen oder Tiere oder den Fluss vorbeifließen sehen, Szenen, die im deutschen Expressionismus nur selten zu finden sind.

Farbe, Raum und Distanz

Macke war fasziniert von der Kraft der Farbe, Raum und Distanz zu konstruieren, die es ihm erlaubte, Figuren und Umgebung gleichermaßen wichtig zu machen. Seine verkürzten Formen ordnete er in sorgfältig ausbalancierten Farbvariationen an und vermied dabei die oft apokalyptischen und phantastischen Formen seiner Freunde der Blauen Reitergruppe. Der Einfluss von Delaunays „orphischen“ Farben ist in Mackes Werk leicht zu erkennen, aber sein kraftvolles und starkes Temperament übertrug die verschiedenen Einflüsse in Gemälde, die unabhängig und einzigartig sind und – in starkem Kontrast zu den meisten expressionistischen Werken der Epoche – eng mit der französischen Kunstentwicklung verbunden sind.

Macke fertigte auch Kleinplastiken an, entwarf Glasmalereien und fertigte Entwürfe für Stickereien an. Er beteiligte sich aktiv an zwei wichtigen Ausstellungen der Moderne: der Ausstellung der rheinischen Expressionisten in Bonn sowie dem Ersten Deutschen Herbstsalon 1913 in Berlin. Seine größten künstlerischen Errungenschaften, die noch prägnantere Leistungen versprachen, entstanden 1914. Wiederum mit Hilfe von Bernhard Koehler reiste er mit Paul Klee und einem alten Schweizer Freund, dem Maler Louis Moilliet, nach Nordafrika, Tunis und Kairouan. Paul Klee bemerkte später, dass es diese Reise war, die ihm das wahre Verständnis der Farbe vermittelte, wahrscheinlich teilweise unter dem Einfluss von Macke. Mackes viele Aquarelle und Skizzen zeigen eine starke Reaktion auf das mediterrane Licht, die verschiedenen Formen Nordafrikas und die Wertschätzung der außergewöhnlichen Lokalkolorit.

Mackes einfache und direkte Annäherung an das alltägliche Leben, seine sorgfältig ausgewogenen Kompositionen und seine lebhaften Farben bereicherten seine Bilder der säulenartigen Figuren. Die heiteren und ausgewogenen Visionen zeigen eine Welt der visuellen Poesie, die ihn von den eindringlicheren Werken seiner expressionistischen Freunde trennt und ihm eine besondere Stellung in dieser frühen Entwicklung der modernen Kunst verschafft.

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